Wir haben für diesen Ratgeber den Wohnmarkt für Senioren in Bad Homburg gründlich untersucht. Unsere Redaktion hat dazu die Marktanalyse Seniorenwohnen ausgewertet. Ergänzt haben wir städtische Veröffentlichungen, Daten des Hochtaunuskreises und Anbieterangaben. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand unserer Recherche. Entstanden ist ein Überblick über die Wohnformen, ihre Kosten und ihre Hürden.
Bad Homburg ist für das Wohnen im Alter ein besonderer Ort. Die Kurstadt lockt mit Kurpark, Kultur und kurzen Wegen. Zugleich gehört sie zu den teuersten Wohnmärkten Hessens. Wer mit einer durchschnittlichen Rente plant, braucht früh eine klare Orientierung.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Wohnformen es gibt und was sie kosten. Er benennt Förderprogramme und geplante Neubauprojekte. Er weist auf Lücken hin, etwa bei Demenz-Wohngemeinschaften. Und er nennt die Beratungsstellen, die bei der Entscheidung helfen.
Das Kurstadt-Paradoxon: teures Pflaster, großer Bedarf
In Bad Homburg prallen zwei Entwicklungen aufeinander. Die Mieten und Kaufpreise liegen weit über dem hessischen Durchschnitt. Gleichzeitig wird die Stadt immer älter. Wir nennen diesen Widerspruch das Kurstadt-Paradoxon.
Die Anbindung an Frankfurt über S-Bahn und U-Bahn treibt die Preise seit Jahren. Boden- und Mietpreise erreichen das Premiumsegment. Ältere Menschen mit kleinen Renten geraten dadurch unter Druck. Viele werden aus der Kernstadt verdrängt.
Der demografische Wandel verschärft die Lage. Im Hochtaunuskreis sind 12,7 Prozent der Menschen über 74 Jahre alt. Der hessische Durchschnitt liegt bei 11,1 Prozent. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum im Alter wächst schneller als das Angebot.
Rund 55.000 Menschen leben in der Stadt. Die Versorgungsdichte variiert zwischen den Stadtteilen. In der Kernstadt ist das Angebot dicht. In den Randlagen ist es dünner.
Mietstufe 7: hohe Mieten, höheres Wohngeld
Für das Wohngeld ist Bad Homburg in Mietstufe 7 eingeordnet. Diese Stufe berücksichtigt das extreme Mietniveau der Stadt. Die anerkannten Höchstbeträge für Mieten liegen entsprechend hoch. Für Wohngeldberechtigte ist das ein Vorteil.
Im Jahr 2024 bewilligte die Stadt 1.044 Wohngeldanträge. Im Schnitt wurden über 381 Euro pro Monat ausgezahlt. Bei Premium-Wohnungen reicht das Wohngeld aber nicht. Kaltmieten über 1.500 Euro sprengen den Rahmen.
Die Verdrängung aus der Kernstadt
Das Angebot in der Kernstadt ist auf zahlungskräftige Kunden ausgerichtet. Premium-Residenzen, Service-Wohnen und hochpreisige Seniorenheime prägen das Bild. Günstige Wohnungen sind selten. Menschen mit Grundsicherung finden kaum bezahlbaren Wohnraum.
Ein Beispiel zeigt die Schieflage: Im Jahr 2024 gab es nur 450 öffentlich geförderte Wohnungen. Dem standen 932 suchende Haushalte gegenüber. Die Nachfrage ist also doppelt so groß wie das Angebot.
Der Markt für Seniorenwohnen ist zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen Häuser mit Hotelcharakter und eigener Gastronomie. Auf der anderen Seite arbeiten gemeinnützige Träger wie EVIM und GfdE. Sie konzentrieren sich auf den medizinisch-pflegerischen Kernbedarf. Diese Häuser sind chronisch ausgelastet und führen lange Wartelisten.
Die Wohnformen im Überblick
Welche Wohnform passt? Das hängt von Gesundheit, Finanzen und sozialem Umfeld ab. Der Gesetzgeber setzt auf die Formel ambulant vor stationär. Auch in Bad Homburg gilt: Zuhause pflegen, solange es geht. Wir stellen die zentralen Möglichkeiten vor.
- Zuhause bleiben mit Umbau und Wohnumfeldverbesserung
- Betreutes Wohnen und Service-Wohnen
- Seniorenwohnanlagen
- Pflegeheim
- Mehrgenerationenwohnen
Für jeden Weg gibt es in Bad Homburg Angebote, aber auch Hürden. Die folgenden Abschnitte zeigen beides.
Zuhause bleiben: Umbau mit Zuschuss
Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause wohnen. Die Pflegekasse unterstützt barrierefreie Umbauten finanziell. Bis zu 4.180 Euro zahlt sie pro Maßnahme. Das gilt bereits ab Pflegegrad 1.
Gefördert werden zum Beispiel Treppenlifte, ebenerdige Duschen und Türverbreiterungen. Wichtig: Vor Beginn der Arbeiten müssen Kostenvoranschläge bei der Pflegekasse eingereicht werden. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohngemeinschaft, lässt sich der Betrag summieren. Möglich sind dann bis zu 16.720 Euro.
Auch ein Umzug in eine barrierefreie Wohnung kann gefördert werden, wenn der Umbau nicht möglich ist. Fragen Sie Ihre Pflegekasse frühzeitig nach den Bedingungen.
Beratung zum barrierefreien Umbau bietet die Wohnraumförderstelle des Hochtaunuskreises. Sie ist telefonisch unter 06172 999-4823 erreichbar. Auch die Pflegekasse erklärt die Voraussetzungen für den Zuschuss.
Betreutes Wohnen und Service-Wohnen
Betreutes Wohnen verbindet eine eigene Wohnung mit Serviceleistungen. Typisch sind Hausnotruf, Ansprechpartner im Haus und Hausmeisterdienste. Pflegeleistungen kommen bei Bedarf über ambulante Dienste dazu.
In Bad Homburg ist dieses Segment teuer. Das GDA Domizil am Schlosspark vermietet Appartements ab rund 1.380 Euro Kaltmiete inklusive Service. Größere Wohnungen kosten bis zu 2.840 Euro. Das GDA Rind'sche Bürgerstift verlangt zwischen 1.111 und 2.552 Euro.
Die Service-Pauschale liegt üblicherweise zwischen 150 und 350 Euro im Monat. Bei manchen Häusern steckt sie in der Miete. Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtbelastung. Manche Anbieter gewähren eine Pflegegarantie. Dann ist der Wechsel in die Pflegeabteilung im Haus geregelt.
Auch am Schloss gibt es gehobenes Service-Wohnen. Artis vermietet dort Wohnungen in der Engelsgasse 2e. Die Wohnungen sind vollständig schwellenlos. Achten Sie bei Verträgen auf die Service-Pauschale. Lassen Sie sich genau erklären, welche Leistungen enthalten sind.
Die Grundsicherung übernimmt nur angemessene Mieten. Kaltmieten über 20 Euro pro Quadratmeter gelten als unangemessen. Premium-Anlagen sind darüber nicht finanzierbar.
Seniorenwohnanlagen
Seniorenwohnanlagen bieten barrierefreies Wohnen mit Gemeinschaftsangeboten. In Dornholzhausen gibt es eine Seniorenwohnanlage in der Bertha-von-Suttner-Straße 2 bis 4. Im Norden der Kernstadt liegt die Altenwohnanlage Gartenfeld in der Heuchelheimer Straße. Diese Häuser richten sich an Menschen, die selbstständig leben, aber Nähe und Sicherheit schätzen.
Was in Bad Homburg fehlt, sind genossenschaftliche oder gemeinnützige Angebote. Geförderte Projekte dieser Art sind rar. Der Markt wird von privaten Anbietern bestimmt.
Pflegeheim
Wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist, bleibt das Pflegeheim. Die Kosten setzen sich aus Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten zusammen. In Hessen liegt der monatliche Eigenanteil im Schnitt bei rund 3.533 Euro.
In Bad Homburg ist er teils höher. Das Seniorenzentrum Flersheim-Stiftung nennt etwa 3.524 Euro im ersten Jahr, inklusive Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Das Kurstift weist 2.920,33 Euro plus Investitionskosten aus.
Ein Beispiel für die Bandbreite ist das Kurstift an der Kaiser-Friedrich-Promenade. Es weist zu 100 Prozent Einzelzimmer aus. Das Tatjana-Gerdes-Haus in Gonzenheim liegt am Kurpark. Dort arbeitet ein sehr stabiler Personalstamm, teils seit über 20 Jahren.
Die Pflegekasse beteiligt sich mit einem gestaffelten Zuschlag. Im ersten Jahr übernimmt sie 15 Prozent des Pflegeanteils. Im zweiten Jahr sind es 30, im dritten 50 Prozent. Ab dem vierten Jahr sind es 75 Prozent. Der Zuschlag gilt seit 2022 und wurde Anfang 2024 erhöht.
Der Zuschlag deckt nur den Pflegeanteil. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten tragen Sie selbst. Genau diese Posten sind in der Kurstadt hoch. Fragen Sie bei jedem Haus nach einer vollständigen Kostenaufstellung.
Die Wartelisten in den freigemeinnützigen Häusern sind lang. Frühzeitige Anmeldungen erhöhen die Chancen.
Mehrgenerationenwohnen: das Projekt Oberhof
Mehrgenerationenwohnen verbindet Jung und Alt unter einem Dach. Bad Homburg hat dafür ein Vorbild: das Projekt Oberhof in Ober-Erlenbach. Es liegt in der Burgholzhäuser Straße 2 B. Aus einer alten Hof- und Hotelanlage wurde eine Hausgemeinschaft.
Dort leben junge Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung zusammen. Auch Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen finden hier Wohnraum. Nachbarschaftliche Hilfe ergänzt die professionelle Pflege. Die Stadtverwaltung sieht den Oberhof als Blaupause für künftige Quartiere. Solche Wohnformen sind auch im Hochtaunuskreis machbar.
Auch die Stadtteil- und Familienzentren stärken das Miteinander. Sie bieten Seniorengymnastik, Gedächtnistraining und Stadtteilcafés. Solche Zentren gibt es im Zentrum, in Kirdorf und in Gonzenheim. Sie finden sich etwa an der Dietigheimer Straße, an der Altkönigstraße und an der Gotenstraße.
Was das Wohnen im Alter kostet
Die Preise in Bad Homburg liegen über dem Bundesdurchschnitt. Das zeigen Berechnungen des Verbandes der Ersatzkassen und des Medizinischen Dienstes. Wir haben die Orientierungswerte aus unserer Recherche zusammengestellt.
| Wohnform | Orientierungswerte |
|---|---|
| Betreutes Wohnen | Kaltmiete rund 18 bis 25 Euro pro Quadratmeter, teils mehr; Service-Pauschale 150 bis 350 Euro pro Monat |
| Geförderte Wohnung (WBS) | Kaltmiete rund 12 bis 17 Euro pro Quadratmeter |
| Pflegeheim | Eigenanteil rund 3.533 Euro pro Monat, Hessen-Durchschnitt |
| Umbau zu Hause | Zuschuss der Pflegekasse bis 4.180 Euro pro Maßnahme |
Die Tabelle zeigt Richtwerte, keine Angebote. Die tatsächlichen Preise hängen von Lage, Ausstattung und Anbieter ab. Lassen Sie sich immer eine schriftliche Aufstellung geben.
Auch die Investitionskosten der Heime variieren stark. Sie hängen von Lage und Ausstattung ab. Vergleichen Sie die Gesamtkosten, nicht nur die Pflegeanteile.
Geförderter Wohnraum: WBS und Einkommensgrenzen
Der Wohnberechtigungsschein, kurz WBS, öffnet die Tür zu geförderten Wohnungen. In Hessen liegt die Einkommensgrenze für einen Einpersonenhaushalt bei 20.146 Euro netto im Jahr. Freibeträge sind möglich, etwa bei Schwerbehinderung oder Pflegegrad.
Das Angebot an geförderten Wohnungen ist in Bad Homburg klein. Die meisten Neubauten entstehen in Ober-Eschbach. Dort kosten 3-Zimmer-Wohnungen zwischen 1.313 und 1.725 Euro Kaltmiete. Kleine Apartments mit rund 30 Quadratmetern liegen bei etwa 525 Euro.
Beratung zu WBS und gefördertem Wohnungsbau gibt es bei der Wohnraumförderstelle des Hochtaunuskreises. Sie ist telefonisch unter 06172 999-4823 erreichbar. Die Beratung findet nach Vereinbarung statt.
Wohngeld ist eine Alternative für Menschen ohne Grundsicherung. Die Stadt bearbeitet die Anträge selbst.
Was die Stadt gegen den Mangel tut
Die Politik hat mehrere Maßnahmen beschlossen. Für neue Bauvorhaben gilt eine Quote von 20 Prozent bezahlbarem Wohnraum. Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft wurde reaktiviert. Sie soll selbst bauen und Belegungsrechte erwerben. Geplant sind außerdem schärfere Regeln gegen spekulativen Leerstand.
Der Bad-Homburg-Pass als Entlastung
Wer wenig Einkommen hat, kann den Bad-Homburg-Pass beantragen. Er richtet sich an Bürger mit Erstwohnsitz in Bad Homburg. Anspruch haben Menschen, die SGB-II- oder SGB-XII-Leistungen beziehen. Auch ein anderweitig geprüftes, sehr geringes Einkommen reicht.
Der Pass bringt deutliche Vergünstigungen. Die Volkshochschule und die Musikschule gewähren 80 Prozent Rabatt auf ihre Kurse. Bei Kulturveranstaltungen gibt es 50 Prozent Ermäßigung. Die Monatskarte für den Stadtbus kostet 75 Prozent weniger.
Neubauprojekte 2026/2027: Wo sich etwas tut
In den nächsten Jahren entstehen mehrere große Wohnprojekte. Wir stellen die zentralen Vorhaben hier vor. Bei mehreren Projekten kommt der Bau-Turbo zum Einsatz. Er beschleunigt Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Die Alte Klinik: 300 neue Wohnungen
Ein zentrales Vorhaben betrifft das Areal der Alten Klinik (Hochtaunus-Kliniken, Zeppelinstraße 20). Das ehemalige Klinikgelände liegt an der Grenze zur Innenstadt. Die Stadtverordneten wollen das Gelände ankaufen. Mit dem Bau-Turbo, einem Instrument zur Planungsbeschleunigung, sollen rund 300 Wohnungen entstehen. Vorgesehen sind vor allem kostengünstige und geförderte Wohnungen.
Weil die Stadt das Areal selbst steuert, sind auch barrierefreie Seniorenwohnungen denkbar. Selbst Demenz-Wohngemeinschaften wären hier möglich. Das würde eine zentrale Lücke im Wohnangebot schließen.
Weitere Projekte in den Stadtteilen
- Lilly-Areal in Dornholzhausen: Auf der Industriebrache soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Auch Fachkräfte wie Erzieher und Pflegepersonal sollen hier wohnen können. Geplant ist dort auch eine Sporthalle für den TV Dornholzhausen.
- Vickers-Areal: Rund 285 Wohneinheiten, davon 30 Prozent preisgedämpft vermietet.
- Südcampus in Ober-Eschbach: Rund 500 Wohneinheiten, weitgehend fertiggestellt.
- Hühnerstein in Ober-Erlenbach: Rund 250 Wohneinheiten für den wachsenden Stadtteil.
Die Gebiete sind teils abgeschlossen, teils noch im Bau. Dazu wird der Bornberg als Wohngebiet geprüft. Es ist die letzte große ungenutzte Fläche im Stadtgebiet.
Die neuen Quartiere bieten generationenübergreifendes Wohnen. Spezialisierte Pflegeangebote sind dort aber noch unterrepräsentiert. Wer bald auf Pflege angewiesen sein könnte, sollte das einplanen.
Lücken im Angebot: Demenz-WGs, Tages- und Kurzzeitpflege
Ein zentrales Ergebnis unserer Recherche ist ernüchternd. In Bad Homburg gibt es keine einzige ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft. Auch Fachportale melden für das Stadtgebiet null Treffer. Familien müssen in Nachbarkommunen suchen.
Alternativen finden sich in Frankfurt, Bad Soden, Eschborn, Hofheim oder Altenstadt. Die nächsten Angebote liegen zum Teil 14 Kilometer entfernt. Für demenziell erkrankte Menschen bedeutet das einen Umzug aus dem vertrauten Umfeld. Die Wege für Angehörige werden lang.
Besonders bitter: Der Gesetzgeber fördert diese Wohnform ausdrücklich. Für ambulante Wohngruppen nach Paragraf 38a SGB XI gibt es eine Anschubfinanzierung von bis zu 10.452 Euro. Zusätzlich zahlt die Pflegekasse 214 Euro Wohngruppenzuschlag pro Bewohner und Monat.
In Bad Homburg fehlt es an bezahlbaren Gebäuden für solche Projekte. Das ist die wahrscheinlichste Ursache für die Lücke. Der Bedarf ist da, die Angebote fehlen.
Tagespflege
Die Tagespflege betreut ältere Menschen tagsüber. Angehörige werden entlastet und können berufstätig bleiben. In Bad Homburg bietet das DRK eine Tagespflege am Kaiserin-Friedrich-Haus an. Sie liegt an der Kaiser-Friedrich-Promenade 6 und hat 12 Plätze. Ein eigener Fahrdienst holt die Gäste ab und bringt sie zurück.
Ein Sinnesgarten ergänzt das Angebot. Auch das Seniorenzentrum Flersheim-Stiftung hat eine Tagespflege angeschlossen. Fragen Sie dort nach freien Plätzen und Aufnahmebedingungen.
Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege überbrückt Zeiten nach dem Krankenhaus. Auch bei Verhinderung der pflegenden Angehörigen hilft sie. Die Plätze sind in der Region knapp. Das Haus Luise in Dornholzhausen hat vier dedizierte Plätze. Die Flersheim-Stiftung bietet ebenfalls Plätze an.
Wer einen Platz braucht, sollte früh anfragen. Mehrere Häuser parallel zu kontaktieren, erhöht die Chancen. Die Nachfrage ist deutlich größer als das Angebot. Auch die Politik sieht hier dringenden Handlungsbedarf.
Umzug-Checkliste: So klappt der Wechsel
Ein Umzug will gut vorbereitet sein. Nehmen Sie sich Zeit für die Planung. Ein überstürzter Umzug kostet Geld und Nerven.
- Beratung suchen: Die Servicestelle Älter werden und der Pflegestützpunkt helfen bei der Orientierung. Beide nennen wir unten mit Adresse und Telefon.
- Finanzen klären: Rente, Wohngeld und mögliche Zuschüsse zusammenstellen. Bei geringem Einkommen einen WBS beantragen.
- Bedarf bestimmen: Wie viel Pflege brauchen Sie heute? Wie barrierefrei muss die neue Wohnung sein?
- Angebote vergleichen: Mehrere Häuser besichtigen. Vollständige Kostenaufstellungen verlangen.
- Zuschüsse prüfen: Umbauten in der eigenen Wohnung mit bis zu 4.180 Euro fördern lassen. Den Antrag vor Beginn der Arbeiten stellen.
- Verträge prüfen: Service-Pauschalen im Detail erklären lassen. Auf gekoppelte Wohn- und Betreuungsverträge achten.
- Umzug organisieren: Fristen einhalten, Wohnung ummelden. Den Bad-Homburg-Pass beantragen, falls ein Anspruch besteht.
Diese Liste ersetzt keine persönliche Beratung. Sie hilft aber, den Überblick zu behalten. Bewahren Sie Unterlagen und Bescheide sorgfältig auf.
Beratungsstellen in Bad Homburg
Die Zuständigkeiten sind zwischen Stadt und Kreis geteilt. Wir haben die zentralen Anlaufstellen zusammengestellt.
- Servicestelle Älter werden der Stadt: Rathausplatz 1, Telefon 06172 100-5555. Telefonisch erreichbar Mo bis Fr 9 bis 12 Uhr. Sie organisiert Stadtranderholungen, Seniorenfahrten und Kulturveranstaltungen.
- Pflegestützpunkt Hochtaunuskreis: Ludwig-Erhard-Anlage 1 bis 5, Haus 3, 5. Stock. Telefon 06172 999-5471 und 06172 999-5472. Sprechzeiten: Di 9 bis 12 Uhr, Do 14 bis 16:30 Uhr. Trägerneutrale Pflegeberatung.
- Wohnraumförderstelle des Kreises: Telefon 06172 999-4823. Beratung zu WBS und barrierefreiem Umbau, nach Vereinbarung.
- Wohngeldbehörde der Stadt: Rathausplatz 1, Telefon 06172 100-3104. Sie bearbeitet Wohngeldanträge selbst.
- Sozialamt des Kreises: Ludwig-Erhard-Anlage 1 bis 5. Zuständig für Grundsicherung im Alter und Hilfe zur Pflege.
- Fachstelle Demenz: Caritas in Oberursel, Telefon 06171 69684-19. Sie ist auch für Bad Homburg zuständig.
Adressen gebündelt im Verzeichnis
Einrichtungen für Wohnen und Pflege finden Sie im Verzeichnis von Seniorenkompass Bad Homburg. Es listet Angebote in allen fünf Stadtteilen und im Umland: Wohnen & Pflege im Verzeichnis
Die wichtigsten Fragen
Welche Wohnformen gibt es für Senioren in Bad Homburg?
Es gibt fünf grundlegende Wege: zu Hause bleiben mit Umbau, betreutes Wohnen, Seniorenwohnanlagen, Pflegeheim und Mehrgenerationenwohnen. Für Umbauten zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme.
Was ist beim Wohnberechtigungsschein zu beachten?
Die Einkommensgrenze für einen Einpersonenhaushalt liegt bei 20.146 Euro netto im Jahr. Freibeträge sind möglich. Geförderte Wohnungen sind knapp: 2024 gab es 450 Wohnungen für 932 suchende Haushalte. Die Wohnraumförderstelle hilft unter 06172 999-4823.
Gibt es Demenz-Wohngemeinschaften in Bad Homburg?
Nein, im Stadtgebiet gibt es keine einzige ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft. Familien weichen auf Nachbarkommunen aus. Der Gesetzgeber fördert Wohngruppen mit bis zu 10.452 Euro Anschub und 214 Euro pro Bewohner im Monat.
Was kostet ein Platz im Pflegeheim?
Der Eigenanteil liegt in Hessen im Schnitt bei rund 3.533 Euro im Monat. In Bad Homburg sind teils höhere Beträge üblich. Die Pflegekasse übernimmt gestaffelt 15 bis 75 Prozent des Pflegeanteils, abhängig von der Aufenthaltsdauer.
Wer berät unabhängig zum Wohnen im Alter?
Der Pflegestützpunkt Hochtaunuskreis berät trägerneutral. Er ist unter 06172 999-5471 und 06172 999-5472 erreichbar. Die Servicestelle Älter werden der Stadt erreichen Sie unter 06172 100-5555.
Quellen und Methodik
Methodik der Datenerhebung
Wir haben für diesen Ratgeber die Marktanalyse Seniorenwohnen für Bad Homburg ausgewertet. Ergänzend geprüft haben wir Veröffentlichungen der Stadt, des Hochtaunuskreises und der Anbieter. Preise und Telefonnummern stammen aus dieser Recherche. Wo die Datenlage unsicher war, haben wir den Hinweis ergänzt, Angaben vor Ort zu verifizieren.
Zum journalistischen Selbstverständnis
Seniorenkompass Bad Homburg ist ein unabhängiges, werbefreies Informationsprojekt. Wir verkaufen keine Empfehlungen und nehmen keine Zahlungen von Anbietern. Einrichtungen werden nach journalistischen Kriterien genannt. Einträge im Verzeichnis sind kostenlos.
Einschränkungen unserer Methodik
Viele Einrichtungen veröffentlichen keine vollständigen Preise oder Wartelisten. Die Angaben können sich schnell ändern. Unsere Übersicht zeigt deshalb Orientierungswerte, keine Zusagen. Bitte prüfen Sie Details direkt beim Anbieter.