Vielleicht haben Sie bemerkt, dass Ihr Vater Termine verwechselt. Oder Ihre Mutter fragt zum dritten Mal nach demselben Besuch. Wir haben für diesen Ratgeber recherchiert, welche Wege der Abklärung es in und um Bad Homburg vor der Höhe gibt. Geprüft haben wir die Angebote von Kliniken, Kreis und Stadt. Unsere Angaben haben wir im Januar 2026 gesichtet. Dieser Text zeigt Ihnen die ersten Schritte und die passenden Anlaufstellen.
Das Thema betrifft viele Menschen. Der Gesundheitsbericht Hessen zählt weit über 100.000 Menschen mit einer Demenz. Die Zahlen werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Bis 2035 wächst die Gruppe der über 65-Jährigen in Hessen voraussichtlich um 29 Prozent. Am stärksten wächst die Gruppe der Hochbetagten: um 30 Prozent. Auch in Bad Homburg steigt der Anteil älterer Menschen. Je früher eine Abklärung erfolgt, desto mehr Zeit bleibt für gute Entscheidungen.
Die Medizin verändert sich gerade. Neue Therapieansätze zielen auf sehr frühe Stadien der Erkrankung. Am Uniklinikum Frankfurt laufen dazu Studien. Auch die Universitätsmedizin arbeitet an besseren Therapien. Der Weg dorthin führt über die frühe Diagnose. Wer früh abklären lässt, behält mehr Optionen. Das gilt auch für die Planung von Betreuung und Wohnen.
Dieser Ratgeber gibt Orientierung, keine Diagnose. Er nennt konkrete Adressen und Telefonnummern in der Region. Am Ende beantworten wir die häufigsten Fragen. Bitte verstehen Sie den Text als Ergänzung zum Gespräch mit Ihrem Hausarzt.
Normale Vergesslichkeit oder beginnende Demenz?
Wo der Schlüssel liegt, hat fast jeder schon einmal vergessen. Das ist unangenehm, aber meist harmlos. Bei einer beginnenden Demenz verändert sich mehr: vertraute Abläufe gelingen schwerer, der Alltag wird anstrengender. Ob eine Demenz vorliegt, kann nur ein Arzt feststellen. Dafür gibt es in der Region gute Einrichtungen.
Demenz ist nicht gleich Demenz. Fachleute unterscheiden mehrere Formen: die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenzen nach Durchblutungsstörungen, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporale Demenz. Auch eine schwere Altersdepression kann wie eine Demenz wirken. Fachleute sprechen dann von einer Pseudodemenz. Sie ist behandelbar. Eine genaue Unterscheidung braucht Erfahrung und spezielle Untersuchungen.
Wie läuft eine Abklärung ab? Fachleute setzen auf mehrere Bausteine. Dazu gehören ausführliche neuropsychologische Tests wie der CERAD-Plus oder der ADAS-cog. Bildgebung wie das cMRT zeigt Veränderungen im Gehirn. Laborwerte schließen andere Ursachen aus. In speziellen Fällen hilft eine Liquoruntersuchung. Die Kombination ergibt ein verlässliches Bild. Eine frühe Diagnose schützt vor falschen Wegen. Manche Behandlungen verlangen frühe Stadien. Auch für die Familie ist Klarheit entlastend.
Wann Sie aufmerksam werden sollten
Achten Sie auf Veränderungen, die länger anhalten. Wiederholte Fragen, Probleme mit bekannten Wegen oder Schwierigkeiten bei gewohnten Tätigkeiten können Hinweise sein. Auch Verstimmungen und Rückzug kommen vor. Ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus ist bei Demenz ebenfalls möglich. Wichtig ist: Solche Zeichen haben viele Ursachen. Manche sind gut behandelbar. Deshalb ist eine Abklärung der richtige nächste Schritt. Nicht jede Veränderung bedeutet eine Demenz. Auch Stress, Schlafmangel und Medikamente wirken auf das Gedächtnis.
Keine Selbstdiagnose, keine Ferndiagnose
Bitte versuchen Sie nicht, selbst zu diagnostizieren. Auch ein Blick in Onlinelisten ersetzt kein Gespräch. Die Abklärung nutzt neuropsychologische Tests, Bildgebung und Laborwerte. Dafür sind spezialisierte Einrichtungen zuständig. In der Region gibt es mehrere davon. Sie stellen fest, ob eine Demenz vorliegt und welche Form es ist.
Wichtig: Dieser Artikel gibt keine Diagnose und keine Therapie-Empfehlung. Er soll nur Orientierung bieten. Bitte sprechen Sie gesundheitliche Fragen mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin.
Der erste Schritt: das Gespräch mit dem Hausarzt
Der Hausarzt kennt Ihre Vorgeschichte und Ihre Medikamente. Er kann einschätzen, ob eine Abklärung nötig ist. Und er stellt die Überweisungen aus, die eine Gedächtnisambulanz braucht. In Bad Homburg gibt es Hausärzte mit geriatrischem Schwerpunkt, die in diesen Fragen besonders erfahren sind.
Was der Hausarzt klären kann
Der Arzt kann erste Tests durchführen und Blutwerte prüfen. Manche Beschwerden entstehen durch körperliche Ursachen. Diese lassen sich oft behandeln. Bleibt der Verdacht auf eine Demenz bestehen, überweist er an einen Facharzt oder eine Gedächtnisambulanz. Nehmen Sie zum Gespräch die Medikamentenliste mit. Notieren Sie vorher, was Ihnen im Alltag aufgefallen ist. Ein frühzeitiges Gespräch nimmt Druck aus der Situation. Viele Familien warten zu lange. Das muss nicht sein. Auch Angehörige können mit zum Termin kommen. Zwei Ohren hören mehr als eins. Der Hausarzt begleitet die ganze Krankheitsgeschichte. Er bleibt auch nach der Diagnose der zentrale Ansprechpartner.
Eine Schwerpunktpraxis in Bad Homburg
Die Hausarztpraxis von Dr. med. Daniela Walenzyk in der Louisenstraße 32 ist eine geriatrische Schwerpunktpraxis. Sie führt geriatrische Basisassessments durch. Geprüft werden Kognition, Mobilität, Ernährung, Stimmung und Selbsthilfefähigkeit. Seit 2017 bietet die Praxis diese Diagnostik auch für Patienten anderer Ärzte an. Voraussetzung ist eine Überweisung. Die Praxis ist barrierefrei erreichbar.
Gedächtnisambulanzen in der Region
Gedächtnisambulanzen klären ab, welche Form der Erkrankung vorliegt. Sie arbeiten mit neuropsychologischen Tests, Bildgebung und Laborwerten. So lassen sich die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenzen und andere Formen unterscheiden. Eine Überweisung ist in der Regel nötig. Planen Sie Zeit ein, denn an einigen Orten sind Wartezeiten üblich. Bringen Sie Überweisung und vorhandene Befunde mit. Fragen Sie bei der Terminvergabe nach der Wartezeit. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich. Alle vier Einrichtungen arbeiten mit GKV und PKV. Auch privat Versicherte sind willkommen.
Schwerpunktambulanz am Uniklinikum Frankfurt
Das Universitätsklinikum Frankfurt führt die Schwerpunktambulanz für Gedächtnisstörungen. Sie wird von Dr. med. David Prvulovic geleitet. Die Ambulanz liegt in der Heinrich-Hoffmann-Straße 10, 60528 Frankfurt am Main. Telefon: 069 6301-5079. Überweisen müssen Fachärzte für Neurologie oder Psychiatrie. Abgerechnet wird mit GKV und PKV. Zur Diagnostik gehören cMRT, Liquordiagnostik und neuropsychologische Testung. Eine Voranmeldung per Fax oder E-Mail wird empfohlen.
In sehr frühen Stadien ist die Teilnahme an Studien zu neuen Antikörpertherapien möglich. Solche Therapien unterliegen strengen Auflagen. Regelmäßige MRT-Kontrollen gehören dazu. Eine breite Zulassung dieser Mittel hat die Europäische Arzneimittel-Agentur bislang nicht erteilt. Anfahrtsweg: S5 bis Frankfurt Hauptbahnhof, dann Straßenbahn 21 Richtung Niederrad. Die Fahrt dauert etwa 40 Minuten.
Memory Clinic am AGAPLESION Markus Krankenhaus
Die Memory Clinic des AGAPLESION Markus Krankenhauses liegt in der Wilhelm-Epstein-Straße 4, 60431 Frankfurt am Main. Geleitet wird sie von Priv.-Doz. Dr. med. Sandra Schütze. Telefon: 069 9533-5311. Die Klinik macht ein multimodales geriatrisches Basisassessment mit Labor, cCT oder cMRT und EEG. Der Schwerpunkt liegt auf hochbetagten, mehrfach erkrankten Patienten. Die Anmeldung läuft über das Chefarztsekretariat. Eine Überweisung von Haus- oder Facharzt ist nötig. GKV und PKV werden abgerechnet.
Zum Haus gehört eine geriatrische Tagesklinik mit 25 Plätzen. Sie arbeitet werktags von 8:45 bis 16:00 Uhr. Für Patienten aus Bad Homburg koordiniert die Klinik einen Fahrdienst. Anfahrtsweg: U2 bis Dornbusch, dann Buslinie 34. Die Fahrt dauert etwa 35 bis 45 Minuten.
Gerontopsychiatrische Ambulanz Vitos Hochtaunus
Die nächste Ambulanz liegt direkt in Bad Homburg. Vitos Hochtaunus betreibt sie auf dem Gesundheitscampus in der Zeppelinstraße. Telefon: 06172 8523450. Die Ambulanz klärt kognitive Störungen ab und bietet eine Post-COVID-Sprechstunde. Ihr Ziel ist es, durch ambulante Stabilisierung vollstationäre Aufnahmen zu vermeiden. Überweisen kann ein kassenärztlich zugelassener Arzt. GKV und PKV werden abgerechnet. Erreichbar ist die Ambulanz mit den Stadtbuslinien 7, 17, 27 oder dem Schnellbus 260. Die Ambulanz arbeitet eng mit der Vitos Klinik zusammen. Bei schweren Krisen ist dort auch eine vollstationäre Aufnahme möglich.
Sprechstunde für ältere Menschen der DGD Klinik Hohe Mark
Die DGD Klinik Hohe Mark führt eine Psychiatrische Institutsambulanz in der Borsigallee 19, 60388 Frankfurt am Main. Die Sprechstunde für ältere Menschen leitet Dr. med. Gerhard Sütfels. Telefon: 069 244 323-020. Sie unterscheidet gezielt Altersdepression von Demenz und plant die Therapie. Die Therapie ist multiprofessionell: ärztlich und psychologisch. Ein Sozialdienst ist angebunden. Hausbesuche gibt es nicht. Eine ärztliche Überweisung ist zwingend erforderlich. GKV und PKV werden abgerechnet. Anfahrtsweg: S5 bis Hauptbahnhof oder Hauptwache, dann U4 oder U7 Richtung Enkheim. Die Fahrt dauert etwa 50 Minuten.
Welche Ambulanz die passende ist, hängt vom Einzelfall ab. Das Alter, die Vorerkrankungen und der Wohnort spielen eine Rolle. Vitos in Bad Homburg ist am schnellsten erreichbar. Die beiden Frankfurter Häuser haben spezielle Schwerpunkte. Lassen Sie sich vom überweisenden Arzt beraten.
Die Fachstelle Demenz: die zentrale Beratungsstelle
Nach dem Arztbesuch oder schon davor lohnt der Kontakt zur Fachstelle Demenz. Sie wird vom Hochtaunuskreis und der Stadt Bad Homburg getragen. Für Betroffene und Angehörige ist sie die zentrale Anlaufstelle im Kreis.
Was die Beratung leistet
Ansprechpartnerin ist Alexandra Rauf. Telefon: 06172 999-5473. Die Fachstelle sitzt im Kreishaus, Ludwig-Erhard-Anlage 1-5, Haus 3, in Bad Homburg. Die Beratung ist trägerübergreifend, also an keinen Anbieter gebunden. Themen sind Krankheitsverläufe, Betreuungsangebote, Vorsorgevollmachten und Finanzierungsfragen. Die Fachstelle vernetzt die Hilfsangebote der Region. Sie können dort auch nach Selbsthilfegruppen fragen. Notieren Sie vor dem Gespräch Ihre Fragen. Dann geht nichts verloren.
Ein Anruf genügt für den ersten Kontakt. Sie schildern kurz die Situation. Die Fachstelle schlägt die nächsten Schritte vor. Bei Bedarf vermittelt sie weitere Stellen.
Der Demenz-Wegweiser
Die Fachstelle gibt den Demenz-Wegweiser heraus. Diese Broschüre sammelt die ambulanten und stationären Hilfsangebote der Region. Sie ist ein nützliches Nachschlagewerk für die erste Orientierung. Die Broschüre hilft, Angebote zu vergleichen. Sie nennt Ansprechpartner und Kontakte. Kostenlos erhältlich ist sie über die Fachstelle. Auch die Stadt Bad Homburg veröffentlicht eigene Informationsmaterialien zum Thema Demenz.
Praktische Tipps für Angehörige
Wer einen Angehörigen mit Gedächtnisproblemen begleitet, steht vor vielen Fragen. Diese Hinweise haben sich in der Beratungspraxis bewährt:
- Suchen Sie früh das Gespräch mit dem Hausarzt.
- Nehmen Sie die Beratung der Fachstelle Demenz in Anspruch.
- Sprechen Sie in kurzen, ruhigen Sätzen.
- Halten Sie feste Tagesstrukturen ein.
- Bleiben Sie geduldig, auch bei Wiederholungen.
- Klären Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung rechtzeitig.
- Planen Sie Entlastung für sich selbst ein.
Viele Angehörige übernehmen lange Zeit sehr viel. Dabei vergessen sie sich selbst. Holen Sie sich rechtzeitig Unterstützung. Auch der Pflegestützpunkt kennt Entlastungsmöglichkeiten. Geschwister und Freunde können Aufgaben teilen. Sprechen Sie offen über die Situation. Gemeinsam lassen sich Lösungen finden. Geduld ist die wichtigste Ressource. Jeder Mensch erlebt die Erkrankung anders.
Vorsorge früh regeln: Die Vorsorge-Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Dokumente und Entscheidungen.
Weitere Anlaufstellen in Bad Homburg
Je nach Situation sind weitere Stellen hilfreich. Sie beraten unabhängig und sind gut erreichbar.
Pflegestützpunkt Hochtaunuskreis
Der Pflegestützpunkt sitzt ebenfalls im Kreishaus, Ludwig-Erhard-Anlage 1-5, Haus 3. Telefon: 06172 999-5471 und 06172 999-5472. Er berät neutral zu Pflegegraden und zur Organisation des Pflegealltags. Wer pflegt oder Pflege braucht, findet hier Unterstützung. Auch bei Anträgen und Widersprüchen hilft er weiter. Eine Beratung ist auch ohne akuten Bedarf sinnvoll. So kennen Sie die Ansprechpartner, wenn es nötig wird.
Servicestelle Älter werden
Die Servicestelle Älter werden ist die städtische Seniorenberatung. Sie erreichen sie unter 06172 100-5555. Die Stelle vermittelt bei Fragen zu Wohnen, Alltag und Freizeit im Alter. Sie koordiniert außerdem Freizeitangebote für Seniorinnen und Senioren in Bad Homburg.
Sozialpsychiatrischer Dienst
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Hochtaunuskreises unterstützt in psychischen Krisen. Er sitzt in der Kreisverwaltung, Ludwig-Erhard-Anlage 1-5, 5. Stock. Telefon: 06172 999-5151. Die Mitarbeitenden kommen bei Bedarf auch nach Hause. Für einzelne Stadtteile sind eigene Sozialarbeiterinnen zuständig. Sie vermitteln in weiterführende Netze und Selbsthilfegruppen. Bei Bedarf leiten sie gesetzliche Betreuungen ein. Der Dienst arbeitet vertraulich und kostenfrei. Er ist auch eine Anlaufstelle für Angehörige in Sorge.
Diese Stellen tauschen sich untereinander aus. Oft genügt ein Anruf, um den passenden Ansprechpartner zu finden. Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen.
Wenn die Krankheit fortschreitet: Versorgung und Wohnen
Mit fortschreitender Erkrankung ändern sich die Anforderungen. Dann zählen gute Krankenhauskonzepte und passende Wohnformen. Beides sieht in der Region unterschiedlich aus.
Demenzsensibles Krankenhaus: Silviahemmet in Königstein
Ein Krankenhausaufenthalt belastet Menschen mit Demenz besonders. Fremde Umgebung und viele Reize können Ängste auslösen. Das St. Josef Krankenhaus Königstein geht einen besonderen Weg. Es ist das erste Krankenhaus in Hessen, das nach dem schwedischen Silviahemmet-Konzept als demenzsensibles Krankenhaus zertifiziert wurde. Das Konzept geht auf Königin Silvia von Schweden zurück. Alle Mitarbeitenden werden geschult: Pflege und Ärzte, aber auch Verwaltung, Technik, Reinigung und Empfang. Die Schulung dauert mehrere Tage. Verhaltensauffälligkeiten gelten dort als Reaktion auf Überforderung. Auch die Räume sind angepasst: Spiegel werden abgehängt oder verdeckt. Farbige Symbole wie gelbe Sonnenblumen markieren die Zimmertüren. Speziell geschulte Reflexionsleiter begleiten den Verbesserungsprozess im Klinikalltag. Das Konzept versteht Verhalten als Sprache. Aggression ist selten Bosheit. Sie ist oft Überforderung. Dieser Blick verändert den Umgang. Die Übertragung des Konzepts auf Bad Homburg und Usingen ist geplant. Auch die Geriatrie der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg prüft bei der Aufnahme die Medikamente auf ungeeignete Mittel. Die Hochtaunus-Kliniken sind das Krankenhaus der Maximalversorgung im Kreis. Die eigenständige Klinik für Geriatrie leitet Chefarzt Dr. med. Stefan Nels. Das Team nimmt Patienten über die Zentrale Notaufnahme oder auf Einweisung des Hausarztes auf. Schon bei der Aufnahme erfolgt ein geriatrisches Basisassessment. Zu den Schwerpunkten gehören Gangstörungen und Stürze.
Gerontopsychiatrie in Bad Homburg
Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bad Homburg liegt auf dem Gesundheitscampus in der Zeppelinstraße. Die Schwerpunktstation 03B behandelt schwere Demenzerkrankungen mit herausforderndem Verhalten. Dazu zählen erhebliche Unruhe, ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus oder suchendes Umherlaufen. Zur Ausstattung gehören eine geschützte Dachterrasse, tiergestützte Therapien und Biografiearbeit. Die Behandlung ist auf ältere Menschen abgestimmt. Mit dem Programm Behandlung Zuhause kommt ein multiprofessionelles Team außerdem täglich zu den Patienten nach Hause. So sollen vollstationäre Aufnahmen vermieden werden.
Palliative Begleitung bei fortgeschrittener Demenz
Auch am Lebensende gibt es spezialisierte Hilfe. Die Palliativstation der Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg nimmt Patienten mit fortgeschrittener Demenz auf. Sie verfügt über 15 Betten. Wer zuhause bleiben möchte, kann das Palliativteam Hochtaunus hinzuziehen. Es sitzt in der Daimlerstraße 12 in Bad Homburg. Telefon: 06172 4997630. Das Team ist rund um die Uhr erreichbar. Die Verordnung stellt der Hausarzt aus. Die spezialisierte Versorgung richtet sich an Menschen mit komplexem Bedarf. Sie ergänzt die Betreuung durch den Hausarzt.
Keine Demenz-WG im Stadtgebiet
Viele Familien wünschen sich für Angehörige mit Demenz eine kleine, familiäre Wohngemeinschaft. In Bad Homburg gibt es diese Wohnform bislang nicht. Unsere Recherche hat ein klares Ergebnis: Im Stadtgebiet gibt es keine einzige ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft. Auch Fachportale wie PflegeTor weisen für Bad Homburg keine Treffer aus. Wer diese Wohnform sucht, muss in umliegende Kommunen schauen. Der Gesetzgeber fördert ambulante Wohngruppen: bis zu 10.452 Euro Anschubfinanzierung je Wohngemeinschaft und 214 Euro Wohngruppenzuschlag pro Bewohner und Monat. Diese Förderung greift in Bad Homburg bislang nicht.
Viele ältere Menschen möchten im vertrauten Quartier bleiben. Fachleute nennen das Aging in Place. Für Menschen mit Demenz fehlt dafür in Bad Homburg eine ambulante WG-Option. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Planung. Auch die Frage der Tagesbetreuung sollten Sie früh klären. Die Fachstelle Demenz kennt die Angebote in der Region.
Umland prüfen und früh planen
Angebote liegen unter anderem in Frankfurt am Main, Bad Soden, Eschborn, Hofheim am Taunus und Altenstadt. Bitte verifizieren Sie aktuelle Angebote direkt beim Anbieter. Planen Sie früh, denn freie Plätze sind oft begrenzt. Die Fachstelle Demenz und der Pflegestützpunkt helfen bei der Suche. Prüfen Sie auch die Erreichbarkeit: Wie kommen Sie zu Besuch? Wie kommt Ihr Angehöriger zu Terminen? Vergleichen Sie Lage, Betreuung und Kosten. Ein Besichtigungstermin ist Pflicht.
Die wichtigsten Fragen
Die häufigsten Fragen aus unserer Recherche haben wir hier gesammelt.
Wo liegt der Unterschied zwischen Vergesslichkeit und Demenz?
Nur eine ärztliche Untersuchung kann das klären. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er überweist bei Verdacht in eine Gedächtnisambulanz. Dort werden Gedächtnis, Bildgebung und Laborwerte geprüft. Bitte nehmen Sie keine Selbstdiagnose vor.
Welche Gedächtnisambulanzen sind von Bad Homburg aus erreichbar?
Erreichbar sind die Schwerpunktambulanz am Uniklinikum Frankfurt (069 6301-5079) und die Memory Clinic am AGAPLESION Markus Krankenhaus (069 9533-5311). Zudem gibt es die Gerontopsychiatrische Ambulanz Vitos Hochtaunus in Bad Homburg (06172 8523450). Auch die Sprechstunde für ältere Menschen der DGD Klinik Hohe Mark (069 244 323-020) hilft weiter. Eine Überweisung ist in der Regel nötig.
Wer berät Angehörige in Bad Homburg?
Die Fachstelle Demenz des Hochtaunuskreises und der Stadt Bad Homburg (06172 999-5473) ist die zentrale Anlaufstelle. Alexandra Rauf berät trägerübergreifend zu Krankheitsverläufen, Betreuungsangeboten, Vorsorgevollmachten und Finanzierungsfragen. Der Pflegestützpunkt (06172 999-5471) ergänzt die Beratung zum Pflegealltag.
Gibt es Demenz-Wohngemeinschaften in Bad Homburg?
Nein. Unsere Recherche hat im Stadtgebiet keine ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft gefunden. Angebote liegen im Umland, etwa in Frankfurt am Main, Bad Soden, Eschborn, Hofheim am Taunus oder Altenstadt. Bitte prüfen Sie Details direkt beim Anbieter.
Was ist das Silviahemmet-Konzept?
Das St. Josef Krankenhaus Königstein ist das erste Krankenhaus in Hessen, das nach dem schwedischen Silviahemmet-Konzept als demenzsensibles Krankenhaus zertifiziert wurde. Alle Mitarbeitenden werden geschult. Die Umgebung wird an die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz angepasst.
Weitere Ratgeber rund um das Leben im Alter in Bad Homburg finden Sie im Artikel-Wegweiser.
Quellen und Methodik
Methodik der Datenerhebung
Die Angaben stammen aus öffentlichen Quellen: aus den Websites der Kliniken, des Hochtaunuskreises und der Stadt Bad Homburg. Dazu kommen Fachverzeichnisse. Wir haben die Daten im Januar 2026 gesammelt und geprüft. Bitte verifizieren Sie Telefonnummern und Sprechzeiten vor dem Besuch direkt beim Anbieter.
Zum journalistischen Selbstverständnis
Seniorenkompass Bad Homburg ist ein unabhängiges, werbefreies Informationsprojekt. Wir verkaufen keine Einträge und nehmen keine Bezahlung von Anbietern an. Unsere Empfehlungen entstehen allein aus der Recherche.
Einschränkungen unserer Methodik
Wartezeiten, Sprechzeiten und Angebote können sich ändern. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bitte sprechen Sie gesundheitliche Fragen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.